Kennst du mich wirklich?

by - Donnerstag, März 10, 2022


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Wann kennt man jemanden wirklich?

Ich weiß nicht ob es nur mir so geht, aber es gibt viele Menschen in meinem Leben, die ich schon sehr lange kenne, aber ich kenne sie nicht wirklich. Kennt ihr das? Okay, Spaß beiseite.
In meinem letzten Post über Freundschaften habe ich euch bereits meine Definition von Freundschaft dargelegt. Ich unterscheide nämlich zwischen einem Freund und einem Bekannten, denn für mich hat Freundschaft etwas mit Vertrauen zu tun, und das Vertrauen kann ich eben nicht aufbauen, wenn ich die Person selten sehe und somit kaum Kontakt zu ihr habe. In letzter Zeit merke ich aber immer wieder, dass es mir schwerfällt, eine Person richtig kennenzulernen. Egal wie häufig man sich trifft, irgendwie spricht man nur über die gleichen, oberflächlichen Themen. Ich bin ein großer Fan von Deep Talk und würde am liebsten immer direkt mit der Tür ins Haus fallen, doch halte mich oft zurück, da ich von vielen gehört habe, dass sie das gar nicht mögen. Da ich Menschen und die Gesellschaft ständig hinterfrage und verstehen will, möchte ich immer die Gründe für bestimmte Handlungen erfahren. Ich mag keinen oberflächlichen Smalltalk und unterhalte mich ungern nur über das Wetter, den Job, Promis etc. Oft weiß ich nämlich nicht, was ich dazu sagen soll und mir gehen die Fragen aus.
Zu tiefgründigeren Themen wie Weltanschauungen oder Persönlichkeitsmerkmale hat aber eigentlich jeder eine Meinung. Deshalb sollte man sich stundenlang über solche Themen unterhalten können. Und meiner Meinung nach ist das auch der Weg, um jemanden richtig kennenzulernen. 
Für mich bedeutet es, jemanden wirklich zu kennen, wenn ich einschätzen kann, wie die Person in bestimmten Situationen handeln würde. Das kriege ich nicht dadurch heraus, dass ich z.B. die Lieblingsfarbe dieser Person kenne. Ich will verstehen, wie die Person über bestimmte Themen denkt um Rückschlüsse auf zukünftige Handlungen schließen zu können. Und genau das will ich auch umgekehrt. Ich möchte auch, dass andere mich wirklich kennen. Dazu gehört, dass sie z.B. auch über meine Probleme und Ängste Bescheid wissen. Dinge, die ich eben nicht jedem erzähle. Doch wenn ich darüber nachdenke, kennt mich vielleicht nur eine oder maximal zwei Personen so richtig.

In meiner Jugendzeit habe ich oft oberflächliche Beziehungen geführt, denn damals ging es vielleicht mehr um den Spaß, den man gemeinsam hat. Doch je älter man wird, desto mehr merkt man, welche Dinge einem im Leben wirklich wichtig sind. Ich habe mich deshalb von vielen Menschen getrennt, die nach meiner Definition keine Freunde mehr waren, sondern eher Bekannte. Ich bin froh über die neuen Bekanntschaften, die ich seitdem gemacht habe, doch ich habe ständig das Gefühl, für andere diese oberflächliche Bekanntschaft zu sein. Ich investiere viel in Menschen, die mir wichtig sind und möchte diese Beziehungen auch halten und pflegen. Doch ich habe das Gefühl, die Personen nicht gut genug zu kennen. Was also tun? Ich versuche, die Themen in Gesprächen mehr auf eine tiefgründigere Ebene zu lenken. Aber wie schon erwähnt, ist nicht jeder bereit dazu, sich zu öffnen und über tiefgründige Themen zu sprechen. Es fällt mir dann zugegebenermaßen sehr schwer, dann eine tiefe Beziehung zu diesen Personen aufzubauen, weshalb ich wahrscheinlich oft sehr kalt und desinteressiert rüberkomme. Ich halte mich dann oft aus Gesprächen raus, schweige und warte auf meinen "Einsatz", wenn es dann vielleicht doch mal um tiefgründigere Themen geht. Ja, die Interaktion mit verschiedenen Individuen ist schon eine Wissenschaft für sich. Ich für meinen Teil habe immer noch nicht DIE Methode herausgefunden, die mich zum Kommunikationsprofi macht. Ich denke aber, man sollte sich nicht verstellen. Und wenn man der Typ für tiefgründige Konversationen ist, sollte man diese auch führen dürfen. Wie seht ihr das?

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3 Kommentare/ Read More

  1. Zunächst einmal gefällt mir dein Look sehr gut! :)
    Ich unterscheide ebenfalls zwischen Freunden und Bekannten. So wirklich tiefgründige Freundschaften sind schon etwas Tolles, aber leider ist es gar nicht so einfach, dass sich eine solche entwickelt. Mir sind ernste und persönlichere Gesprächsthemen dabei auch sehr wichtig. Ich merke aber selbst immer wieder, dass es immer nur um die gleichen oberflächlichen Dinge geht.

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  2. Ich liebe deine tiefgründigen Blogposts… Ich bin ja ausgewandert und habe zum Glück, hauptsächlich mit anderen Mamas, schnell Kontakte geknüpft. Bis sich alles etwas festigt und man sich öffnet und richtig kennt, dauert es halt bisschen. Zum Glück pflege ich auch jahrelange Freundschaften in Deutschland, sonst würde mir echt was fehlen. ♥️

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  3. Mir geht es echt genauso, bin gar kein Fan von Smalltalk! Ich kann das auch gar nicht so.

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