Die Zukunft der deutschen Innenstädte

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Wie sieht die Zukunft der Innenstädte aus?

Der Onlinehandel hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Nicht nur seit der Corona-Pandemie kaufen die Menschen lieber online ein als im stationären Handel, doch durch die Pandemie und den Lockdown hatte man teilweise auch nicht mehr die Wahl, stationär einkaufen zu gehen. Die folgende Grafik zeigt, wie rasant der Online-Handel im Vergleich zum stationären Handel gewachsen ist.

In einer repräsentativen deutschlandweiten Studie hat Lifestyleslab Menschen zur ihrem Einkaufsverhalten befragt und unter anderem die Fragen geklärt, was für sie ein gutes Einkaufsauferlebnis ausmacht und was sie am Onlineshopping besonders schätzen.
Vor ein paar Jahren hätte ich mit Überzeugung gesagt, dass ich viel lieber stationär einkaufen gehen, doch inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher. Grundsätzlich versuche ich mein Konsumverhalten zu regulieren und nicht zu viel zu kaufen. Im Lockdown habe ich aber doch das eine oder andere Mal gerne online gestöbert und dabei gemerkt, wie viel bequemer und schneller Onlineshopping geht. Oft kaufe ich Dinge für den Haushalt lieber online ein, anstatt z.B. in den Baumarkt zu fahren. Bei Klamotten erinnere ich mich schon gar nicht, wann ich sie das letzte Mal vor Ort gekauft habe. Während meiner Jugendzeit war ich oft mit Freunden in der Stadt. Regelmäßige Shopping-Trips gehörten auch dazu, auch wenn wir uns natürlich nicht immer etwas kauften. Inzwischen gehe ich aber überwiegend in die Stadt, um essen zu gehen oder wenn ich etwas Bestimmtes brauche. Stundenlanges Bummeln und Schlendern kommt bei mir nur noch relativ selten vor, besonders auch, weil es mir oft zu voll in der Stadt ist. Ich denke, das wird vielen so gehen, da wir große Menschenmengen gar nicht mehr gewohnt sind. In Frankfurt merke ich besonders bei gutem Wetter zwar nicht, dass weniger Menschen in der Stadt sind. Allerdings denke ich, dass die meisten von ihnen aber auch nicht nur zum Shoppen dort sind. Auch die Stores steigen immer mehr auf online um und die Folge davon sind immer mehr Schließungen. 

Welche Produkte werden eher online bzw. offline gekauft?

Bei Kleidung und Schuhen ging es den Befragten wie mir. Diese Produkte werden überwiegend online gekauft, selbst Medikamente und Bücher sind gut dabei. Artikel des täglichen Bedarfs, wie Lebensmittel oder Körperpflegeprodukten werden hingegen lieber offline, also im stationären Handel gekauft. Zu beachten ist, dass die Befragungen während der Corona-Pandemie stattgefunden haben, wo die meisten Geschäfte geschlossen waren. Supermärkte waren hingegen offen, weshalb noch die Möglichkeit bestand, diese vor Ort zu kaufen. Ich denke aber, dass die Ergebnisse auch ohne Lockdown ähnlich ausgesehen hätten. Einkaufen im Supermarkt gehört irgendwie zum Alltag, während das Shoppen in der Innenstadt heutzutage teilweise sehr anstrengend sein kann. Hinzu kommt, dass viele Onlineshops mittlerweile so fortgeschritten sind, dass man wirklich alles von zuhause aus bestellen und bequem zurückschicken kann. Da kann man sich das Anstellen vor der Ankleide sparen. Findet ihr euch in der Statistik wieder bzw. wie sieht es mit Lebensmitteln aus? Kauft ihr diese nach wie vor im Supermarkt oder auch eher online? Das würde mich sehr interessieren. 

Einkaufserlebnis

Egal wie komfortabel Onlineshopping ist, vermisse ich dabei aber immer das Kauferlebnis. Als die Stores wieder öffnen durften, war es für mich wieder ein besonderes Gefühl, die Produkte auch vor Ort anfassen und anprobieren zu können. Besonders bei etwas höherpreisigen Artikeln ist es mir wichtig, dass ich die Ware auch in echt gesehen habe, bevor ich so viel Geld dalasse. Online sehen viele Artikel auch anders aus als live und bei teureren Artikeln möchte ich mir immer ganz sicher sein.

Wie man in der Grafik ganz gut erkennen kann, macht für die Befragten ein guter Service und eine große Auswahl ein positives Einkaufserlebnis aus. Im stationären Handel hat man natürlich immer eine begrenzte Auswahl, weshalb ich denke, dass hier der Punkt eher an den Onlinehandel geht. Eine gute Atmosphäre und Service gehören für mich aber zum schönen Einkaufserlebnis dazu und ehrlich gesagt einfach das Feeling. Online muss man meist mehrere Tage oder Wochen auf seine Bestellung warten und im Laden bekommt man die Ware direkt. Da ich außerdem ein sehr visueller Mensch bin, möchte ich gerne immer sehen und fühlen, was ich da kaufe. Ich denke auch, dass man eine bessere Kontrolle über sein Geld oder sein Konsumverhalten hat, wenn man im Laden steht und sich genau überlegen muss, ob man nun mit dem Artikel zur Kasse geht. Im Onlineshop sind es meist nur wenige Klicks und da tendiert man möglicherweise dazu, die Kontrolle etwas zu verlieren.

Fazit

Der Onlinehandel hat den stationären Handel längst eingeholt. Spätestens seit der Corona-Pandemie ist das Onlineshopping zur Gewohnheit geworden bzw. teilweise die einzige Möglichkeit gewesen, etwas zu kaufen (besonders in Bezug auf Bekleidung). Doch wenn der stationäre Handel nicht mitwächst hat das zur Folge, dass immer mehr Stores schließen und die Innenstädte zu Geisterstädten werden. Wenn ich mich in meiner Stadt so umsehe, gibt es momentan definitiv so einige freie Flächen. 
Ich persönlich fände es sehr schade, wenn immer mehr Stores schließen müssten, denn das Shopping-Erlebnis vor Ort möchte ich nicht missen. Es ist für mich doch noch ein anderes und schöneres Gefühl, etwas live sehen zu können, statt auf einem Screen. Manchmal habe ich aber trotzdem keine Lust, mich durch volle Innenstädte und Läden zu drängen. Eine Möglichkeit dafür wäre, die Click & Collect-Optionen zu nutzen, sodass man die Ware zwar online bestellt, aber vor Ort abholt. Egal wie komfortabel Onlineshopping geworden ist denke ich, dass wir die Händler vor Ort noch stärker unterstützen sollten und wenn möglich auch vor Ort einkaufen sollten. Das ist zudem auch besser für die Umwelt, denn das ständige Hin- und Herfahren von Paketen stößt auch CO2 aus. 
Wie seht ihr das? Seid ihr eher Online- oder Offlineshopper und wie stellt ihr euch die Zukunft der Innenstädte aus?


10 Kommentare/ Read More

  1. Ich muss leider sagen, dass ich auch ein ziemlicher Onlineshopper bin. Lebensmittel sind eigentlich das Einzige, das ich wirklich ausschließlich stationär kaufe. Kosmetik und Haushaltsartikel bestelle ich z.T. online, z.T. kaufe ich im Laden. Generell gehe ich zwar ab und zu schon ganz gerne mal in den Läden nach Kleidung schauen, aber das kommt bei mir auch extrem selten vor. Meistens finde ich dafür einfach nicht die Motivation und hinterher bin ich jedes Mal geschafft. Menschenmassen, Anstehen usw. sind einfach nichts für mich :D Sich am PC seine Sachen zu bestellen, ist durchaus schon ziemlich praktisch.
    Dass sich in den letzten Jahren was verändert hat, sieht man in den Innenstädten tatsächlich ganz gut. Echt schade, wie viele Läden leerstehen oder pleite gingen :(

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    1. Da kann ich dir nur zustimmen. Vor allem seit Corona ist das Shoppen in der Stadt soo anstrengend geworden, bin auch jedes Mal total geschafft. Wenn ich in der Stadt mal was kaufe, ist das meistens spontan. Aber schade eigentlich, da der Einzelhandel es momentan sehr schwer hat..

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  2. Spannender Beitrag! Und ein echt tolles Bild von Frankfurt!

    Also Lebensmittel kaufe ich weiter im normalen Handel. Getränke jedoch lasse ich mir jetzt seit fast einem Jahr liefern und spare mir dabei schleppen.

    Bei Klamotten bin ich etwas hin und hergerissen. Da ich wirklich ungern Sachen zurück schicke, schaue ich sie mir eigentlich lieber im Laden an. Andererseits verführt die Online-Werbung schon gerne zu Impulskäufen. Daher mache ich hier wohl beides.

    Langfristig müssen sich die Innenstädte wahrscheinlich neu erfinden. Weg von den Einkaufsstraßen, hin zu einem öffentlichen Raum, wo man sich trifft und Zeit verbringt = Restaurants, Cafés, Aufenthaltsqualität. Weil als Begegnungsstätte und als identifikationsstiftendes Merkmal wird man die Zentren weiterhin brauchen.

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    1. Danke dir! Ohja, das Bild ist toll aber Frankfurt ist natürlich auch eine schöne Stadt :).

      Ich sehe das tatsächlich ähnlich wie du. Bin auch kein Fan vom Zurückschicken aber während des Lockdowns z.B. ging es leider auch nicht anders.
      Ich bin auch echt gespannt, wie die Innenstädte in Zukunft aussehen werden. Kann mir auch gut vorstellen, dass es sowas wie klassische Einkaufsstraßen gar nicht mehr geben wird. Mal sehen!

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  3. Das fand ich sehr interessant! So gerne ich auch offline shoppe, aus Zeitgründen mache ich es gerade in Berlin doch auch eher online.

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  4. Richtig schade, ich liebe es in Innenstädten zu schlendern und Sachen vor Ort zu kaufen... 😢

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  5. Liebe Sandy,
    toller Beitrag - ich liebe ja Statistiken sehr, damit triffst du also meinen Nerv, hihi. Ich finde es auch schade, dass die Innenstädte darunter so leiden, denn ein wenig durch die Stadt bummeln ist eigentlich ganz schön. Mal hier und da gucken, ein wenig neuen Input bekommen. Es ist doch noch etwas lebendiger, als sich immer nur etwas online zu bestellen.
    Früher ging es mir so wie dir, ich war echt STÄNDIG mit meinen Freundinnen in der Stadt, auch wenn wir nicht immer was gekauft haben. Es war doch irgendwie toll. Mittlerweile fehlt mir auch der Nerv und die Zeit dazu, mich durch volle Städte zu quetschen, mit Corona noch mehr als früher. Aber manchmal habe ich trotzdem Lust, zumindest für 2-3 Stunden mal in die Stadt zu fahren. Ich unterstütze etwa den Buchhandel bei uns, indem ich dort Bücher kaufe. Ich bin gespannt, wie es zukünftig weitergehen wird.
    Liebe Grüße!

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    1. Liebe Vanessa,

      haha das freut mich sehr, finde Statistiken als Soziologin natürlich auch super :).
      Und ich sehe das wie du - das Schlendern durch die Stadt ist dann doch etwas anderes, als sich online durch 100 Seiten zu klicken.
      Die Bummel-Trips mit meinen Freundinnen vermisse ich auch total. Ich denke, dass es seit Corona vielen so geht wie uns. Bin echt mal gespannt, ob sich das zukünftig verbessert oder sogar verschlimmert! Bücher kaufe ich auch am liebsten vor Ort, generell liebe ich Buchhandlungen. Da verbringe ich Stunden drin, denn es ist so entspannend und meistens sind die Läden nicht so voll.

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  6. Liebe Sandy,
    das ist ein spannendes Thema, was seit Corna noch viel mehr an Bedeutung gewonnen hat. Ich persönlich finde das ziemlich schade, es gibt viele Produkte, die ich lieber im Laden kaufe (zB. Schuhe - ich finde die muss man vorher anprobieren). Ich versuche bewusst nicht oft über Amazon zu bestellen, da ich die Firma nicht unterstützen möchte. Aber manchmal ist das gar nicht so leicht - man hat dort mehr Auswahl und es ist häufig auch günstiger.

    Liebe Grüße,
    Hanna von https://life-with-hanna-sophie.de/

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  7. Online shopping is more convenient, and you can shop around, so you don’t have to go out for hours to get tired feet and back pain.
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